Schneeflöckchen
kommt geschneit
Weihnachtspoesie von Barbara Pronett
Mutter
Wolke zieht schwer gefüllt mit uns dicken Regentropfen durch den
trüben Himmel. Lang kann es nicht mehr dauern und sie wird sich
öffnen und uns in die weite Welt entlassen. Wir drängeln uns dicht
zusammen, aufgeregt und bereit auf das große Abenteuer. Was wird
mich erwarten? Wo werde ich aufschlagen? Wir Regentropfen sind
schwer und wenn es dumm kommt klatsche ich hart auf den Boden auf.
Lieber wäre mir natürlich das Wasser, in einen großen See vielleicht
oder in einen reissenden Fluß fallen und sich treiben lassen mit
Millionen von Artgenossen in den ewigen Kreislauf der Natur.
Kalt ist
es geworden, ich zittere und bibbere. Da, wie durch Zauberhand
öffnet Mutter Wolke ihre Pforte und wir Regentropfen fallen aus
ihrem schützenden Kokon.
Wir
schreien und jubeln und jeder wird seine persönliche Geschichte
erleben. Ich drehe und purzle in der Luft, werde immer schneller
und schneller.
Doch
plötzlich verliere ich meine Geschwindigkeit. Ich werde langsamer
und fange an mich zu verändern. Was passiert mit mir? Ich werde
immer leichter und verforme mich zu einem Kristall. Ich sehe dass
meinen Freunden um mich herum das gleiche passiert. Wir werden zu
wunderschönen Sternen aus Eis. Wir schweben und tanzen durch die
eisige Luft, wirbeln herum und drehen uns mit unseren wunderschönen
weissen Kleidern umher.
Dunkel
ist der Himmel über uns geworden. Ein leichter Wind trägt mich zu
einem hellen Licht. Immer strahlender wird dieses Licht und ich
lasse mich fallen, ergebe mich diesem herrlichen Glanz. Wie ein
Wattebausch so leicht komme ich mitten auf einer Tannenspitze zur
Ruhe. Die Tanne hat das Licht gesandt. Sie hat mir meinen Weg
gezeigt. Sie ist geschmückt mit herrlichen bunten Kugeln und
hunderte von Kerzen leuchten auf ihr. Unten auf dem Boden stehen
viele Kinder und bestaunen sie mit großen Augen und singen:
„Schneeflöckchen, Weissröckchen wann kommst du geschneit“......
Ja ich
bin da, lache ich. Seht mich an an, ich bin zu euch geflogen, so
weit vom Himmel herunter. Ich wohnte in einer Wolke und jetzt sitze
ich ganz oben auf diesem wundervollen Baum und ihr singt und freut
euch weil ich da bin.
Immer
mehr meiner Freunde fliegen zu mir und wir kleiden die Tanne in eine
weisse Pracht.
„Es
schneit, es schneit, bald kommt Weihnachten“ schreien die Kinder und
sie fassen sich an den Händen und springen um den Weihnachtsbaum
herum.
Meine
Freunde und ich freuen uns sehr über diese nette Begrüßung und
singen unser Lied :
„Schneeflöckchen, Weissröckchen jetzt sind wir geschneit
Wir bringen euch Freude zur Weihnachtszeit“